VfB Speldorf - SC Rot-Weiß Oberhausen (DFB-Pokal)

02.08.2009 von Oliver

1. Runde DFB-Pokal 2009/10

1. Runde DFB-Pokal 2009/2010 (02. August 2009)

 VfB Speldorf (NRW-Liga) - SC Rot-Weiß Oberhausen (2. Bundesliga)   0:3 (0:1)

Nicht ganz so viel Losglück wie der gestrige NRW-Ligist Windeck hatte der VfB Speldorf bei der Auslosung der 1. Pokalrunde. Sicherlich ist Oberhausen kein schlechter bzw. unbekannter Verein, da beide Vereine aber nur rund 10 Kilometer auseinanderliegen, düfte die Freude in Speldorf bei der Pokalauslosung doch etwas verhaltener ausgefallen sein als in Windeck.

2006/07 spielten beide Vereine gegeneinander in der Oberliga Nordrhein - beide Partien endeten damals unentschieden.
Da der DFB den Antrag der Vereine im Oberhausener Niederrheinstadion zu spielen ablehnte, wurde die Begegnung in der MSV-Arena in Duisburg ausgetragen.

Geschichtliches:
Die Erfolge des VfB Speldorf hatten wir ja schon im Rahmen unseres Besuches des Niederrheinpokalfinales in Essen aufgelistet, durch den Finalerfolg über Rot-Weiß Essen gelang dem VfB, der in der abgelaufenen Saison Meister der Niederrheinliga wurde und nach einigen Querelen mit dem Verband auch den Aufstieg in die NRW-Liga perfekt machen konnte, die erste Teilnahme am DFB-Pokal.

Die Gäste aus Oberhausen, die vor ihrer 17. Spielzeit in der 2. Bundesliga stehen, haben schon einige Höhen und Tiefen in ihrer Vereinsgeschichte hinter sich lassen müssen - 1963/64 gehörte der RWO zu den Gründungsmitgliedern der Regionalliga West und schaffte mit der Meisterschaft 1968/69 über die Aufstiegsrunde (Gegner waren der Freiburger FC und der SV Alsenborn) den Sprung in die 1. Bundesliga.
Bis zur Saison 1972/73 hielt man sich im Oberhaus (1970/71 stellte man mit Lothar Kobluhn den Torschützenkönig der Bundesliga - die Tatsache, dass RWO in den Bundesligaskandal in der gleichen Saison verwickelt war, sorgte allerdings für mehr Schlagzeilen), musste dann aber als Tabellenletzter in die Regionalliga West zurückkehren. Bei der Gründung der zweigleisigen 2. Bundesliga war Oberhausen dabei, musste aber gleich in der Debütsaison die Liga in Richtung Verbandsliga Niederrhein (damals noch dritthöchste Spielklasse) verlassen. Dort spielte man bis zur Vizemeisterschaft 1977/78, die dafür sorgte das Oberhausen Gründungsmitglied der neueingeführten Oberliga Nordrhein (als 3. Spielklasse) werden sollte.
Die Oberliga Nordrhein verließ man gleich in der ersten Saison als Meister wieder in Richtung 2. Bundesliga Nord. In der zweiten Saison (1980/81) reichte der 14. Tabellenplatz nicht zum Ligaverbleib, da die Staffeln Nord und Süd zusammengelegt wurden, ging es für Oberhausen wieder zurück in die Oberliga Nordrhein. 
Dieses Mal ging das Gastspiel über zwei Spielzeiten, 1982/83 kehrte man als Meister zurück in die 2. Bundesliga.
1987/88 beendete ein Lizenzentzug "aus wirtschaftlichen Gründen" die Zeit in der 2. Bundesliga, der Verein musste in die Oberliga Nordrhein zwangsabsteigen und erlebte dort ein regelrechtes Debakel.
Als Tabellenletzter beendete man die Saison mit 4:68 Punkten und 31:153 Toren und musste den Gang in die Verbandsliga und somit in die Viertklassigkeit antreten. 1992/93 verließ man die Verbandsliga als Meister in Richtung Oberliga, dort reichte der 7. Tabellenplatz allerdings nicht aus um an der neueingeführten Regionalliga West/Südwest (als neue 3. Spielklasse) teilzunehmen, was eine Saison später allerdings gelingen sollte.
Bis 1997/98 spielte RWO in der Regionalliga West/Südwest und schaffte als Meister die erneute Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2002/03 schaffte der Verein nur aufgrund eines 6-Punkte-Abzuges gegen den SSV Ulm den Ligaverbleib, nur eine Saison später fehlten zwei Punkte zum Aufstieg in die 1. Bundesliga - danach sollte es erneut rasant nach unten bzw. wieder nach oben gehen.
2004/05 fehlten fünf Punkte zum Klassenerhalt in der 2. Bundeliga, 2005/06 fehlten drei Punkte zum Klassenerhalt in der Regionalliga Nord - 2006/07 war RWO somit nach zwei Abstiegen in Folge viertklassig und sollte dort auch auf den VfB Speldorf treffen. Beide Partien endeten Unentschieden (0:0 in Speldorf, 1:1 in Oberhausen) und Oberhausen schaffte mit zwei Aufstiegen in Folge (Meister Oberliga Nordrhein 2006/07 und Vizemeister Regionalliga Nord 2007/08) die erneute Rückkehr in die 2. Bundesliga, die man in der abgelaufenen Saison als Neunter beenden konnte.
Im DFB-Pokal scheiterte man letzte Saison in der 1. Runde an Bayer 04 Leverkusen, am weitesten kam man 1998/99 als man erst Halbfinale dem FC Bayern München unterlag.

 Aufstellung VfB Speldorf:
Marcel Grote (23), Rafael Synowiec (7), Jaroslav Stankiewicz (2), Kevin Corvers (16), Christian Flöth (4), Alexander Scheelen (21), Christian Hinz (22), Dennis Hupperts (6), Birkan Yilmaz (55), Senad Beric (13), Oktay Güney (9).
 46. Hasan Ramadani (10) für Senad Beric (13); 60. Kadir Mutluer (20) für Birkan Yilmaz (55); 65. Jens Klusmeyer (13) für Dennis Hupperts (6). 
Trainer:Dirk Wißel

 Aufstellung SC Rot-Weiß Oberhausen:
Sören Pirson (21), Heinrich Schmidtgal (8), Dimitrios Pappas (4), Thomas Schlieter (16), Daniel Embers (3), Markus Heppke (19), Daniel Gordon (6), Markus Kaya (23), Oliver Petersch (17), Ronny König (13), Mike Terranova (10).
 63. Marcel Landers für Markus Heppke (19); 80. Patrick Schönfeld (9) für Mike Terranova (10); 84. Moritz Stoppelkamp für Heinrich Schmidtgal.
Trainer: Jürgen Luginger

Schiedsrichter: Metzen (Mechernich)

Stadion (Zuschauer):  MSV-Arena, Duisburg (7.742)




Spielverlauf: 

Auch in diesem Pokalspiel konnte "David" Speldorf dem Favoriten aus Oberhausen kein Bein stellen - bereits nach sechs Minuten lag der Gastgeber mit 0:1 zurück. Eine eigentlich harmlose Flanke von Kaya konnte Grote nicht festhalten, so dass König aus kurzer Distanz die Führung für den Zweitligisten erzielen konnte. Mit der frühen Führung im Rücken spielten die Gäste ruhig nach vorne, ließen aber die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen.

In der 10. Spielminute spielte König auf Terranova, dessen Schuß aus 10 Metern aber knapp am Tor vorbeiging. Nach rund einer Viertelstunde hatte der VfB durch Hupperts die erste Chance, sein Schuß ging allerdings deutlich übers Tor.
Nach einer halben Stunde konnte die Oberhausener Abwehr den Schuß von Yilmaz abblocken - zu diesem Zeitpunkt war ein Klassenunterschied nicht direkt zu erkennen, Speldorf machte spielerische Defizite durch kämpferischen Einsatz weg, RWO ließ die letzte Cleverness im Abschluß vermissen und war vor allem bei Standards erschreckend schwach.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Oberhausen das teilweise viel zu langsame Spieltempo der ersten Halbzeit. Erneut waren sechs Minuten abgelaufen, als sich Petersch auf der rechten Seite durchsetzen und auf Terranova flanken konnte, der den Ball volley in die Maschen jagte.
Das zweite Tor schien wie ein Schock für die Speldorfer, die jetzt viel zu früh den Abschluß suchten und so für keine Gefahr sorgen konnten. Anders die Gäste, die durch Embers auf 3:0 erhöhen konnten. Nach einem Doppelpass mit König setzte er den Ball aus 18 Metern in den Winkel.
In der 76. Minute konnte sich Grote auszeichnen, als er einen Schuß von Schmidtgal zur Ecke entschärfen konnte. Kurz darauf musste ein Speldorfer Verteidiger für den bereits geschlagenen Keeper auf der Linie klären und konnte so König am zweiten Treffer hindern.

Die letzte Chance hatten die Hausherren durch Mutluer, dessen Kopfball von Pirson noch gerade so zur Ecke geklärt werden konnte.

Unterm Strich ein verdienter Sieg für Oberhausen, die am kommenden Freitag zum Auftakt der 2. Bundesligasaison Aufsteiger Union Berlin zu Gast haben, Speldorf empfängt am Sonntag in der NRW-Liga die 2. Mannschaft von Arminia Bielefeld.



Torfolge:  
 0:1 König (6.),
 0:2 Terranova (51.),
 0:3 Embers (67.),

Verwarnungen:  

 Senad Beric (Speldorf), Foulspiel

Chancen: 4:9 (2:5)
Ecken: 4:9 (1:4)

An dieser Stelle noch ein kurzes, aber heftiges, Dankeschön an Patrick, der uns die Karten im Vorverkauf organisiert hat.

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