SV Eintracht Trier 05 - SSV Ulm 1846 (Regionalliga)

12.04.2014 von Oliver

28. Spieltag Regionalliga Südwest (12.April 2014)
SV Eintracht Trier 05 (5.) - SSV Ulm 1846 (15.)  1 : 1 (0:0)
Da wir die Regionalliga West bis auf die Plätze in Wiedenbrück und Lippstadt komplett abgefahren haben, ging es heute in die benachbarte Regionalliga Südwest - genauer gesagt ins Moselstadion in Trier, wo die Eintracht den ehemaligen Bundesligisten aus Ulm zu Gast hatte.
Das Hinspiel im Oktober konnte Trier mit 2:1 gewinnen, damals saßen allerdings auf beiden Seiten noch andere Trainer auf der Bank.


Die Gastgeber spielten Ende der 70iger fünf Spielzeiten in der Südstaffel der 2. Liga und kehrten 2002/03 noch mal für drei Spielzeiten in die 2. Bundesliga zurück. Nach dem Abstieg 2004/05 konnte im darauffolgenden Jahr auch die Regionalliga nicht mehr gehalten werden. Die letzten drei Jahre verliefen in der Regionalliga allerdings durchaus erfolgreich - letzte Saison wurde man Tabellenfünfter in der Südweststaffel, 2011/12 Vierter und 2010/11 erreichte man hinter Preußen Münster den zweiten Tabellenplatz.
 
Die Gäste aus Ulm starteten 1997/98, im vierten Regionalligajahr, einen kometenhaften Aufstieg: nach der Meisterschaft in der Regionalliga Süd erreichte man in der 2. Bundesliga den dritten Tabellenplatz und gehörte so zur Saison 1999/00 der 1. Bundesliga an. Am Saisonende reichten 35 Punkte jedoch nicht für den Klassenerhalt. Auch die 2. Bundesliga konnte in der folgenden Saison nicht gehalten werden, für die Regionalliga gab es dann keine Lizenz und ein eingeleitetes Insolvenzverfahren sorgte dann postwendend für den kometenhaften Fall bis in die Verbandsliga Württemberg.

2008/09 schaffte man dann die Rückkehr in die Regionalliga Süd - ein erneutes Insolvenzverfahren Anfang 2011 warf die Ulmer jedoch erneut zurück und leitete den kompletten Neuaufbau des Vereins ein.

Aktuell ist die sportliche Situation in der Regionalliga Südwest ein bisschen undurchsichtig - die Anzahl der fixen Absteiger ist durch den Rückzug der zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt auf eine weitere Mannschaft reduziert worden. Abhängig von der Anzahl der Regionalligaaufsteiger und der Absteiger aus der 3. Liga kann es allerdings bis zu drei weitere Absteiger geben... also absolute Planungsunsicherheit im Tabellenkeller, in dem sich die Ulmer Spatzen mit zur Zeit nur 24 Punkten befinden.

Anreisetechnisch verlief heute alles bestens - kein Stau, keine Baustelle dazu noch gutes Wetter führten dazu, dass der Ortseingang von Trier nach rund 1,5 Stunden am Horizont bzw. an der Autobahnausfahrt auftauchte. Die Straße führt dann hinter der Anzeigetafel, also direkt am Stadion, entlang. Leider war durch die Anwesenheit der Staatsgewalt eine weitere Durchfahrt nicht möglich. Aber zum Glück gab es im angrenzenden Wohngebiet noch eine passende Parklücke. Für die Haupttribüne schlugen respektable 22.- € zu Buche, einen Schal gab es für 15.- € obendrauf - 2 Becher Wasser waren später, nach Umweg über den Wertmarkenkauf, für je 2.- € zu bekommen... schon ein teures Pflaster dieses Trier!
Unter Grönemeyers "Bochum" ging es hinein ins Stadion.

Beide Kurven sind unüberdachte Stehplätze, die Gegengerade weißt ebenfalls komplett Stehplätze auf, ist allerdings überdacht. In der Nähe des Gästeblocks steht auch oben bereits genannte Anzeigetafel - die blau bestuhlte Haupttribüne, verfügt ebenfalls über eine, die aber ein paar Jahre älter zu sein scheint. 

 
Das Stadion füllte sich so langsam, von Seiten des Ordnungsdienstes wurde den Gästen beim Banneraufhängen geholfen... nett anzusehen. Triers Fans verbreiteten derweil gute, phasenweise sogar sehr gute Stimmung:

Auf dem Platz passierte leider nicht viel... nach 22 Minuten hatten die Gäste eine gute Szene nach einem Spielzug durch die Mitte, scheiterten aber am Trierer Schlußmann. Acht Minuten später dribbelte sich dann Abelski im Ulmer Strafraum fest... wären die Trierer Fans und das Rauschen der Stadionboxen nicht gewesen, man hätte auch ruhigen Gewissens ein Nickerchen machen können.
 
In der Halbzeitpause versorgte der "SVE-Ergebnisdienst" alle Anwesenden mit den aktuellen Halbzeitständen von den anderen Partien... überall gab es schon Tore, in Worms sogar schon drei... hier wartete man noch auf den ersten gefährlichen Torschuß.

In der 52. Minute konnte Betz dann eine Flanke nur direkt vor die Füße eines Gegenspielers abwehren, der Trierer war aber so überrascht, dass er gar nicht erst zum Torschuß kam - kurz darauf versuchte sich Comvalius, Triers Nummer 9 und heute mit weitem Abstand bester Spieler auf dem Platz, gegen zwei Verteidiger und den Torwart durchzusetzen, was das Trio aber verhindern konnte.
 
In der 58. Minute wurde der Herr erneut auf die Reise geschickt - Lahyani mit der schicken Frisur im Ulmer Trikot konnte sich gar nicht vom Gegenspieler trennen und nahm eine handfeste Textilprobe... rot für Lahyani, Elfmeter für Trier und damit tatsächlich die erste Chance des Spiels. Allerdings ein sehr streitbarer Elfmeter, das Halten fand bereits deutlich vor dem Strafraum statt.
 
Aber egal - Comvalius war dann auch sicher vom Elfmeterpunkt und schickte den Torwart ins Leere - 1:0.

Trier, mit der numerischen Überlegenheit im Rücken, verstärkte kurz den Druck aufs Ulmer Tor... aber die beiden Schußversuche von Quotschalla konnten abgeblockt werden. Die Gäste sorgten derweil eher für Gefahr bei den mitgereisten Fans - die Freistüße waren näher am Gästeblock dran als am gegnerischen Tor.
 
Kurz nachdem, mit Sponsorenunterstützung, die Schlußviertelstunde eingeleitet wurde, schickte Ulm mit der letzten Einwechslung Pascal Sohm aufs Feld, der von der Trierer Abwehr bei seinem ersten Ballkontakt ziemlich alleingelassen wurde und so den Ausgleich erzielen konnte... 1:1 beim Frühlingskick in Trier.
 
Lushtaku, in der 82. Minute eingewechselt, versuchte es dem Ulmer gleichzutun - kurz darauf machten sich nicht wenige Leute auf dem Weg nach Hause - ausser dem Schlusspfiff verpassten sie auch nichts mehr.
 
Das Spiel war unter aller Kanone, das Stadion und der Fansupport aber auf jeden Fall sehens- und hörenswert.
Sportlich geht es für Ulm nächste Woche Montag mit dem Heimspiel gegen Kaiserslautern II und für Trier am Donnerstag mit dem Auswärtsspiel in Großaspach weiter... wir düsen morgen erst mal ins Homburger Waldstadion.

 

Aufstellung SV Eintracht Trier 05:
A. Lengsfeld, F. Brighache (35. K. Asaeda), C. Buchner, C. Spang (70. F. Kuduzovic), L. Bender, C. Anton, S. D. Comvalius, A. Abelski, M. Quotschalla (82. K. Lushtaku), T. Konrad, M. Cuntz.
Trainer: Jens Kiefer

Aufstellung SSV Ulm 1846:
H. Betz, Z. Olow (75. P. Sohm), L. Gavric, M. Bachl-Staudinger (63. G. Lovre), K. Lahyani, M. Treske (63. U. Kiral), D. Reith, M. Gebert, J. Ludmann, J. Reichert, N. Trkulja.
Trainer: Herbert Zanker

Torfolge:
 1:0 Sylvano Dominique Comvalius (59., Elfmeter)

 1:1Pascal Sohm (76.)

 

Schiedsrichter: Timo Gerach


Verwarnungen:

 35. Min. C. Sprang (Trier, Foulspiel)

 58. Min. K. Lahyani (Ulm, Notbremse)

 62. Min. C. Buchner (Trier, Foulspiel)

 

Zuschauer: 1.358 (im Moselstadion in Trier)





Chancen:
 3:1 (0:0)
Ecken: 6:2 (4:1)

 

Weitere Ergebnisse der Samstagsspiele des 28. Spieltages (Regionalliga Südwest 2013/14):
VfR Wormatia Worms (16.) - SVN Zweibrücken (6.) 3 : 4
SC Pfullendorf (18.) - KSV Baunatal (17.) 2 : 1
KSV Hessen Kassel (13.) - FSV Mainz 05 II (2.) 1 : 1
SpVgg Neckarelz (9.) - SG Sonnenhof Großaspach (1.) 1 : 2

Nachtrag:
Trier landete mit 53 Punkten auf Platz 6, Ulm beendete die Saison sportlich mit 32 Punkten auf dem fünfzehnten Tabellenplatz. Am 26. Mai 2014 eröffnete man in Ulm ein Insolvenzverfahren und konnte daher keine Lizenz für die folgende Regionalligaspielzeit erhalten.

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