SSVg Velbert - SC Wiedenbrück 2000 (Regionalliga)

20.04.2013 von Oliver

32. Spieltag Regionalliga West (20. April 2013)
SSVg Velbert (17.) - SC Wiedenbrück 2000 (7.)  2:0 (1:0)

Nach dem Besuch in Köln vor 14 Tagen ging es heute ein paar Kilomter weiter nach Velbert, wo ebenfalls das Abstiegsgespenst umgeht. Die Hausherren liegen mit 30 Punkten auf einem Abstiegsplatz - der Rückstand auf den 14. Tabellenplatz beträgt 5 Punkte (bei 2 Spielen weniger) - am Donnerstag trennte man sich von Trainer Lars Leese, der 18 Monate im Amt war. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, heute saß Oliver Kuhn vom Velberter Vorstand auf der Bank. 
Die Gäste starteten mit 5 Niederlagen in die Saison und mussten sich in der gesamten Hinrunde ebenfalls mit dem Abstieg beschäftigen - nach 16 Spielen hatte man gerade mal 13 Punkte gesammelt. Dann folgte der Trainerwechsel und Theo Schneider holte ebenfalls 13 Punkte, allerdings gleich in seinen ersten fünf Spielen.
Aktuell liegt Wiedenbrück auf Platz 7 mit 44 Punkten.
Das Hinspiel endete 2:2, in der NRW-Liga 2009/10 siegte Velbert 3:0.

Unser letzter Besuch in Velbert liegt schon einige Jahre zurück - damals hieß das Stadion, dessen Tage aufgrund des kommenden neuen Sportzentrums wohl gezählt sind, noch "Zur Sonnenblume" und Velbert spielte in der Oberliga Nordrhein gegen den Bonner SC... zuletzt gesehen haben wir sie letztes Jahr im März beim Abendspiel in der Krefelder Grotenburg, die letzjährige NRW-Liga Saison beendete Velbert auf Platz 4 und setzte sich mit zwei 2:1 Erfolgen gegen Lippstadt in den Aufstiegsspielen durch und kehrte somit nach mehr als 40 Jahren Abwesenheit wieder in die Regionalliga West zurück.  

Mit den Gästen aus Ostwestfalen hatten wir noch keinen Kontakt - der Verein entstand 2000 durch Fusion des Verbandsligisten DJK Eintracht und dem A-Kreisligisten Westfalia Wiedenbrück.
2007/08 schaffte man den Sprung in die Oberliga Westfalen, kam dort aber nicht über 25 Punkte hinaus und musste als Vorletzter wieder absteigen. In der folgenden Verbandsligasaison schoß man die Gegner reihenweis ab und schaffte mit 105:27 Toren und 93 Punkte mehr als souverän den Sprung in die NRW-Liga. Auch dort war man kaum zu bändigen und wurde als Aufsteiger Meister und stieg zusammen mit der 2. Mannschaft von Arminia Bielefeld in die Regionalliga West auf.  
2010/11 erreichte man dort mit 46 Punkten den 10. Tabellenplatz und stellte mit Robert Mainka auch noch den Torschützenkönig. Letzte Saison schloß man aufgrund einer schwachen Rückrunde nur mit 40 Punkten auf Platz 15 ab.
Mit 12 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsregion darf man sich in Wiedenbrück wohl auf eine weitere Regionalligasaison freuen (nächste Saison schauen wir auch mal dort vorbei). 

Der Weg nach "Düsseldorf bei Velbert" bzw. zum Stadion verzögerte sich aufgrund von drei mal im Stau Stehens (zwei Mal wegen Baustelle und ein Mal wegen Bergungsarbeiten) ganz schön, so dass wir erst rund 3 Minuten vor dem Anpfiff auf den großzügig angelegten Parkplatz fahren konnten.  Das Stadion liegt am Fuße der Parkplätze, die nur sehr spärlich gefüllt waren. Für 12.- € ging es auf die überdachte und blau bestuhlte Haupttribüne, der Blick durchs weite Rund erklärte, warum so spät noch so viele Parkplätze vorhanden waren - auf der Gegengerade vielleicht 40 Leute, insgesamt sind die 180 Zuschauer laut fussball.de durchaus realistisch. Den besten Platz hat der Stadionsprecher, der oberhalb der Gegengerade in seiner Bude sitzt.
 

Da es keine Balljungen gab, wurden einige Ordner rasch zu Balljungen degradiert, dann ging das Spiel los... und nix passierte.

Nach 15 Minuten wurde das kostenlose und gut gemachte Stadionheft durchgeblättert, leider war aufgrund der vielen Werbeseiten auch da schnell das Interesse dran verloren. 
In der 29. Minute dann endlich mal eine Torchance - nach einem Steilpass auf Ferati war aber Wiedenbrücks Schlußmann Hahnemann einen Tick eher am Ball und konnte mit einer Fußabwehr klären. Vier Minuten später wieder die Hausherren, dieses Mal scheiterte Coruk mit einem Flachschuß am Pfosten. Jetzt tat auch Wiedenbrück endlich mal was in der Offensive, von der Strafraumkante klatschte der Schuß von Okumak an die Latte - mehr zeigten die Gäste, die heute viel zu passiv agierten und kaum was erwähnenswertes zeigten, nicht. Schwache Vorstellung für einen Tabellensiebten!
 

In der 38. Minute wurde Velbert für die Mühen belohnt, Ferati konnte aus kurzer Distanz den ersten Treffer erzielen.

In der Halbzeitpause gab es einen Blick ins Presseeck (in dem man auch die Wertmarken für Essen und Getränke holen konnte) und auf den V.I.P. Bereich.
 
In der Halbzeitpause meldeten sich die Toten Hosen mit "Tage wie diese", zum Anstoss wurde es musikalisch mit AC/DC "Thunderstruck" deutlich besser.. auf dem Platz sehnte man sich schnell nach der ersten Halbzeit zurück - es war kaum zu glauben, aber es passierte noch weniger als im ersten Durchgang.
 
So ging es für uns von Block zu Block und auf die Naturtribüne hinterm Tor, wo ein Ascheplatz hinter den Bäumen erspäht werden konnte.
 
Während wir überlegten, was das für ein weißes Kabel ist, welches von hinter der Tribüne durch die Bäume an der Naturtribüne hoch bis zur Bude des Stadionsprechers gespannt war, gab es in der 74. Minute die erste (und einzige) Ecke für Velbert, die prompt einen Konter der Gäste einleitete, für die aber auch nur eine Ecke heraussprang.
 
Kurz nach dem Foul von Okumak brachte Kaya den Freistoß mustergültig in den Strafraum, wo Geburtstagskind Nachtigall nur den Fuß zum 2:0 hinhalten musste.

Dann war Schluß. Kein Spiel an das man sich wirklich erinnern will, was vor allem an der Spielweise der Gäste lag. Mit den Resultaten von den anderen Regionalligaplätzen und "Stand up for the Champions" ging es dann zum Glück ohne Stau zurück nach Hause.

Für die SSVg Velbert, die sich auf Platz 16 verbessern konnten, geht es schon am Dienstag weiter mit dem Nachholspiel gegen 1.FC Köln II, Wiedenbrück hat kommenden Freitag den SC Verl zu Gast.

Aufstellung SSVg Velbert:
M. Lenz, N. Schweer, D. Pappas, D. Yilmaz (67. T. Gebauer), S. Nachtigall, E. Zent, M. Kaya, S. Ferati, O. Coruk (65. M. Onucka), S. Janas (90. B. Schüssler), J. Tumanan.

Trainer: Jürgen Zabinski / Oliver Kuhn (Zabinski saß bei uns auf der Tribüne, Kuhn auf der Velberter Bank)

Aufstellung SC Wiedenbrück 2000:
A. Hahnemann, C. Kücükyagci (84. S. J. Garcia), B.-S. Sumelka, D. Czyszczon, C. Strickmann, M. Rogowski, N. Brisevac (85. C. K. Mbona), V. Okumak, M. Studtrucker, C. Heermann, T. Hermes (84. K. Aosman).

Trainer: Theo Schneider
 

Torfolge:
 1:0 Saban Ferati (38.)

 2:0 Stepahn Nachtigall (81.)

 

Schiedsrichter: Sven Heinrichs (Mönchengladbach)


Verwarnungen:

 54. Min. D. Pappas (Velbert, Foulspiel)

 80. Min. V. Okumak (Wiedenbrück, Foulspiel)

 86. Min. D. Czyszczon (Wiedenbrück, Foulspiel)

 90. Min. N. Schweer (Velbert, Foulspiel)

  

Zuschauer: 180 (in der Christopeit Sport Arena an der Jupiterstraße in Velbert, benannt nach einem Sportgerätehersteller)


Chancen:
 4:1 (3:1)
Ecken: 1:4 (0:3)

 

Weitere Ergebnisse des 32. Spieltages (Regionalliga West 2012/13):
SC Verl (9.) - FC Schalke 04 II (4.) 1 : 3 (Freitag)
SV Bergisch Gladbach 09 (16.) - SC Rot-Weiß Oberhausen (11.) 2 : 1
SC Fortuna Köln (2.) - Bayer 04 Leverkusen II (13.) 0 : 2
Fortuna Düsseldorf II (14.) - VfB Hüls (19.) 0 : 1
Wuppertaler SV Borussia (8.) - VfL Bochum (12.) 0 : 2
Sportfreunde Lotte (1.) - Borussia Mönchengladbach II (10.) 1 : 0
Sportfreunde Siegen (6.) - MSV Duisburg II (18.) 2 : 1
Rot-Weiss Essen (3.) - FC Viktoria Köln (5.) 4 : 0
1.FC Köln II (15.) - FC Kray (20.) 0 : 1 

Nachtrag vom 30. Mai 2013:
Velbert fand mit Hans-Günter Bruns (zum Saisonauftakt noch Trainer in Wuppertal) einen Nachfolger und beendete die Saison auf Platz 13. Man war nur einen Punkt besser als der erste sportliche Absteiger Wuppertal (die aber aufgrund des fehlenden Mittelrheinmeisters ebenfalls die Klasse hielten). Wiedenbrück wurde mit 51 Punkten und 56:56 Toren am Saisonende Neunter. 

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